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Bernhard Hassenstein   Marvin Minsky

Erich Kästner (1899-1974)

Ein sehr bekanntes und abwertendes Zitat über Migräne in der Literatur stammt von Erich Kästner. "Nach dem Mittagessen kriegte Frau Direktor Pogge ihre Migräne. Migräne sind Kopfschmerzen, auch wenn man keine hat."

Ein signiertes Foto von Kästner aus dem Jahr 1933

Erich Kästner; signiertes Foto aus dem Jahr 1933.

So beschrieb Erich Kästner 1931 in seinem Kinderbuch Pünktchen und Anton eine Volkskrankheit. Migräne ohne Kopfschmerzen, so widersprüchlich das zunächst klingen mag, kann nach der Klassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft tatsächlich diagnostiziert werden [Anmerkung: siehe ICHD Kode 1.2.3].

Umschlag von Pünktchen und Anton

Umschlag von Erich Kästners "Pünktchen und Anton"

"Kästner ging es allerdings weniger um diagnostische Spitzfindigkeiten als um die Charakterisierung von Pünktchens Mutter als eine feine Dame der Gesellschaft, die sich um das Wohl von Kindern aus aller Welt sorgt, dabei aber ihre eigene Tochter vergisst. Migräne wurde damals − und heute leider zum Teil immer noch − bestenfalls abgetan als Hysterie, eher aber noch als Hypochondrie oder gar als Drückebergertum. Migräne haftet dieses Image wahrscheinlich an, weil es auf Grund der Vielfalt der Symptome so schwierig ist, Migräne als eine Krankkeit anzusehen."

(Ausschnitt aus "In Hirngewittern", Psychologie Heute, M. Dahlem, 2002)

Literatur

Dahlem, MA. In Hirngewittern. Psychologie Heute. August pp. 54-55.

Autor: Markus Dahlem
Letzte Aktualisierung der Seite: Mittwoch, 14 Juli, 2004

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