Erich Kästner

Ein sehr bekanntes und abwertendes Zitat über Migräne in der
Literatur stammt von Erich Kästner. "Nach dem Mittagessen
kriegte Frau Direktor Pogge ihre Migräne. Migräne sind
Kopfschmerzen, auch wenn man keine hat."

Ein signiertes Foto von Kästner aus dem Jahr 1933

Erich Kästner; signiertes Foto aus dem Jahr
1933.

So beschrieb Erich Kästner 1931 in seinem Kinderbuch Pünktchen
und Anton eine Volkskrankheit. Migräne ohne Kopfschmerzen, so
widersprüchlich das zunächst klingen mag, kann nach der
Klassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft
tatsächlich diagnostiziert werden [Anmerkung:
siehe ICHD Kode 1.2.3].

Umschlag von Pünktchen und Anton

Umschlag von Erich Kästners "Pünktchen
und Anton"

"Kästner ging es allerdings weniger um diagnostische
Spitzfindigkeiten als um die Charakterisierung von Pünktchens
Mutter als eine feine Dame der Gesellschaft, die sich um das Wohl
von Kindern aus aller Welt sorgt, dabei aber ihre eigene Tochter
vergisst. Migräne wurde damals − und heute leider zum Teil immer
noch − bestenfalls abgetan als Hysterie, eher aber noch als
Hypochondrie oder gar als Drückebergertum. Migräne haftet dieses
Image wahrscheinlich an, weil es auf Grund der Vielfalt der
Symptome so schwierig ist, Migräne als
eine Krankkeit anzusehen."

(Ausschnitt aus "
In
Hirngewittern", Psychologie Heute, M. Dahlem, 2002)

Literatur

Dahlem, MA. In
Hirngewittern. Psychologie Heute. August pp. 54-55.

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