Migräne Behandlung mit CBD

Eine mögliche Migräne Behandlung mit CBD
29 Mrz

Die Heilung von Migräne Erkrankungen ist heutzutage noch nicht möglich und die Aussichten auf einen baldigen Durchbruch in der Forschung sind sehr gering. Aus diesem Grund bleibt betroffenen Personen nicht viel anderes übrig als durch eine möglichst gesunde Lebensweise die Wahrscheinlichkeit von Migräneanfällen so weit wie möglich zu reduzieren und akute Mirgräneanfälle symptomatisch zu behandeln um die Beschwerden möglichst stark zu lindern. Im Zusammenhang mit der Behandlung von Migräne wurden bereits viele Medikamente hergestellt. Wie alle Medikamente, so haben auch diese Mittel immer mehr oder weniger starke Nebenwirkungen, mit denen betroffene Personen dann als Alternative zur Migräne leben müssen.

Mit dem Fortschritt in der Migräne Forschung ist einerseits das Verständnis dieser Krankheit deutlich größer geworden, wodurch immer bessere Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden können. Da mittlerweile sehr gut verstanden ist, was im Verlauf eines Migräneanfalls im Gehirn und im peripheren Nervensystem passiert, ist es auch möglich die Behandlung dieses neuronalen Krankheitsbildes wesentlich gezielter durchzuführen. Eine bekannte Tatsache ist, dass ein Migräneanfall durch überreizte Neuronen ausgelöst wird, welche wahllos ihr elektrisches Potential entladen, dabei umliegende Neuronen reizen und als Ergebnis eine Kettenreaktion auslösen, bei denen sich eine ganze Front von Impulse sendenden Nerven vor allem im Gehirn ausbreitet und dabei stark elektrisch entladenen Nervenzellen zurück lässt.

Um dies zu verhindern oder beim Auftreten eines solchen Anfalls die Kettenreaktion auf ein Minimum zu reduzieren, sind Mittel notwendig, welche die Bereitschaft der Neuronen zum Aussenden von elektrischen Impulsen herab setzen. Aktuelle Behandlungen umfassen einerseits Schmerzmittel, welche lediglich den Kopfschmerz als Symptom der Migräne reduzieren sollen und andererseits verscheidene Triptane und das Ergotamin, welche beide einen Einfluss auf die Serotonin-5-HT-Rezeptoren des Nervensystems haben. Hier stehen diese Medikamente in Konkurrenz zum Serotonin und setzen so die Empfindlichkeit für diesen Neurotransmitter stark herab. Daraus resultiert eine starke Reduktion der Erregbarkeit, welche die Kettenreaktion sich wahllos entladender Neuronen unterbricht. Diese Medikamente haben jedoch mehrere Nachteile.

Während der Mensch 14 oder mehr unterschiedliche Serotonin-5-HT-Rezeptoren hat, wirken die Medikamente sehr unspezifisch, wodurch sie neben den gewünschten Wirkungen auch viele Nebenwirkungen haben. Darüber hinaus weist das Ergotamin eine sehr hohe Toxizität auf, weshalb es nur in akuten Fällen von starker Migräne als letztes Mittel zur Linderung der Symptome verschrieben wird.

Hanf als potentielle Alternative

Während in den vergangenen Jahrzehnten Rauschmittel einen sehr schlechten Ruf erhalten haben, wird seit wenigen Jahren wieder vermehrt an den Wirkmechanismen der enthaltenen Stoffe geforscht. Da viele Rauschmittel tatsächlich viele negative Wirkungen haben, ist weder die Medizin, noch der Gesetzgeber dazu bereit einen weniger strikten Umgang mit den jeweiligen Substanzen in Erwägung zu ziehen. Hiervon unterscheidet sich jedoch der Hanf, Cannabis sativa.

Dabei handelt es sich um eine Nutzpflanze, die seit etwa 10.000 Jahren vom Menschen genutzt wird. Sie liefert Rohstoffe in Form von Hanffasern, die Samen sind als Nahrungsmittel geeignet und ihre Inhaltsstoffe, die Cannabidoide haben eine vielfältige, hauptsächlich beruhigende Wirkung auf den menschlichen Körper. Mittlerweile herrscht eine allgemeine Einigkeit darüber, dass der Hanf seinen schlechten Ruf als Rauschmittel nicht verdient hat und sowohl die Medizin, als auch weite Teile der Politik bemühen sich seit Jahren um eine Legalisierung. Da dieses Vorhaben bisher immer wieder gescheitert ist, kann in absehbarer Zeit nicht mit der Legalisierung von Hanf gerechnet werden. Tatsächlich ist der Hanf, in Form von Nutzhanf, nie verboten worden. Das einzige Problem hierbei ist ein einziger Inhaltsstoff – das Tetrahydrocannabinol, kurz THC.

Da das THC der relevante Inhaltsstoff für die Nutzung von Hanf als Rauschmittel ist, konzentiert sich der Gesetzgeber nur auf diesen Stoff. Dabei sind jegliche Hanfprodukte legal, solange sie einen Grenzwert von 0,2 % Massenanteil von THC an der Gesamtmenge nicht überschreiten. Dies stellt sicher, dass keine Hanfprodukte aufgrund ihres THC Gehalts als Rauschmittel missbraucht werden können. Gleichzeitig macht es diese Produkte nutzlos, wenn es darum geht die nachweislich positiven Eigenschaften dieses Stoffes nutzen zu wollen.

Die Cannabinoide des Hanfs

Das Tetrahydrocannabinol ist jedoch nur einer von 80 bekannten Stoffen, welche als Cannabinoide bezeichnet werden. Da bereits von anderen Pflanzen bekannt ist, dass sie in ihrer natürlichen Form eine völlig andere Wirkung auf den menschlichen Körper haben, als ihr vermeintlicher Hauptinhaltsstoff in reiner Form, wurden in den vergangenen Jahren zunehmend die übrigen Cannabinoide des Hanfs erforscht.

Dabei ist das Cannabidiol, kurz CBD, in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dabei konnte gezeigt werden, dass CBD zwar einen Großteil der positiven Effekte des THC hat, jedoch die psychoaktiven Eigenschaften nahezu vollständig entfallen. Aus diesem Grund ist dieser Stoff in seiner Reinform oder zumindest in Kombination mit anderen Stoffen und Bestandteilen des Hanfs mit einem THC Gehalt unterhalb des gesetzlich festgelegten Grenzwertes vollkommen legal. Auch andere Cannabidoide dürften ähnliche positive Wirkungen auf den menschlichen Körper haben, weshalb hier noch Forschungsbedarf besteht.

Der Wirkmechanismus von CBD

Das CBD aus der Hanfpflanze hat eine ganze Reihe von Wirkmechanismen, welche noch nicht vollständig entschlüsselt und verstanden worden sind. Bekannt ist jedoch, dass das CBD an mehreren unterschiedlichen Rezeptoren bindet. Dabei handelt es sich um die Cannabidoid-Rezeptoren CB1 und CB2 sowie den Rezeptor GPR55, dessen Funktion noch nicht ganz geklärt ist und es konnte eine wahrscheinliche Wirkung auf den Calcium-Ionen-Kanal VDAC1 nachgewiesen werden. Die Bindung an die beiden Cannabinoid Rezeptoren zeigt einen ähnlichen Einfluss auf den Serotonin Spiegel und seine Wirkung auf das Nervensystem wie es bei klassischen Medikamenten der Fall ist.

Da die Vermutung besteht, dass es sich bei GPR55 ebenfalls um einen Serotonin Rezeptor handelt, ist davon auszugehen, dass dieser auf eine ähnliche Weise mit den betreffenden Neurotransmittern in Beziehung steht. Diese Wirkung auf das Nervensystem resultiert darin, dass Serotonin als einer der wichtigsten Neutrotransmitter reguliert wird und eine mögliche Überreizung der Neuronen unterbunden wird, bevor sie überhaupt erst zustande kommen. Dadurch werden Migräneanfälle durch das CBD effektiv verhindert. Die Wirkung von CBD auf den Calcium-Ionen-Kanal VDAC1 ist eine andere. Ionen-Kanäle haben die Aufgabe Ionen aus Zellen heraus oder in Zellen hinein zu transportieren um eine bestimmte Ionenkonzentration innerhalb der Zelle zu erreichen.

Da eine hohe Konzentration von Ionen in einer Zelle eine elektrische Ladung der Zelle zur Folge hat, ist diese Regulation zur störungsfreien Weiterleitung von Impulsen innerhalb des Nervensystems von zentraler Bedeutung. Die Regulierung der Ionen Konzentration ist bei einer Migräne Erkrankung jedoch gestört, wodurch keine problemlose Signalweiterleitung möglich ist. Welche Vorgänge genau in den Neuronen während eines Migräneanfalls ablaufen ist noch nicht abschließend geklärt. Es kann jedoch sein, dass ein übermäßiger Transport von Ionen in die Zelle zu einem überhöhten elektrischen Potential führt, welches sich ab eine gewissen Punkt zufällig und ohne einen auslösenden Reiz entlädt. Da dies genetisch bedingt ist und Mutationen an den betreffenden Ionen Kanälen darstellt, sind entsprechend alle Neuronen in einem ähnlichen Umfang von dieser Überlastung betroffen und es ist überhaupt erst möglich, dass eine einzelne Nervenzelle zu einer Kettenreaktion führen kann.

Eine zweite Möglichkeit ist, dass Calcium-Ionen-Kanäle durch eine Mutation schlechter Ionen in die Neuronen leiten können. Dies könnte erklären, wieso nach einer anfänglichen Kettenreaktion von weitläufig gleichzeitig Signale abfeuernder Neuronen diese für eine längere Zeit stark depolarisiert sind und nicht in einer normalen Geschwindigkeit wieder erregt werden können. Eine wahrscheinliche Möglichkeit ist, dass beide Phänomene gleichzeitig auftreten und dadurch die gesamte Symptomatik einer Migräne auf physiologischer Basis erklärt werden kann. Das CBD kann durch seine vielfältigen Einflüsse auf Rezeptoren und Ionenkanäle somit zu einer Normalisierung der Erregbarkeit und Signalweiterleitung von Neuronen beitragen. Dadurch kann CBD gleichzeitig Migräneanfällen vorbeugen und dafür sorgen, dass es zu diesen nicht oder zumindest deutlich seltener kommt und CBD kann auch den Verlauf von Migräneanfällen abmildern, indem es die Erregbarkeit von Neuronen auf einem gesunden Niveau hält.

Eine weitere Wirkung besteht darin, dass CBD die Konzentration des Medikaments Clobazam im Blut erhöht und dadurch die Wirkung so weit verstärkt, dass sogar Patienten, welche auf dieses Medikament normalerweise gar nicht mehr reagieren, eine nachweisbare Verbesserung der Symptome aufweisen. Bei Clobazam handelt es sich um ein Beruhigungsmittel, welches bei Patienten mit Epilepsie genutzt wird. Da Epilepsie und Migräne zumindest gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen, könnte diese Wirkung in Zukunft aufzeigen, wie CBD zur Verstärkung der Wirkung von speziellen Migräne Medikamenten eingesetzt werden kann.

Schützende Wirkungen von CBD

Neben diesen sehr spezifischen Wirkungen, hat CBD auch allgemein schützende Wirkungen auf die Zellen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einem Schutz der Nervenzellen und einer positiven Wirkung auf das Immunsystem. Dabei konnte gezeigt werden, dass CBD Entzündungsreaktionen deutlich reduziert. Zwar sind die Mechanismen in diesem Bereich noch nicht sehr gut verstanden, jedoch zeigen neuere Studienergebnisse, dass Migräne eine Folge von entzündungsähnlichen Reaktionen im Gehirn sein könnte. Dabei handelt es sich um so genannte sterile oder neurogene Entzündungen. Diese sollen primär von denjenigen Stressfaktoren ausgelöst werden, welche als Auslöser von Migräne angesehen werden. Sollten weitere Studien diese Annahme bestätigen, wäre eine Unterbindung solcher Entzündungsreaktionen eine weitere Möglichkeit in die Entstehung eines Migräneanfalls einzugreifen.

CBD hat durch seine entzündungshemmende Wirkung das Potential genau dies zu tun. Somit ist das Cannabidiol dazu in der Lage durch eine Vielzahl von Wirkungen auf das Nervensystem, das Immunsystem und weitere Bereiche des menschlichen Körpers Personen mit einer Migräne Erkrankung sehr gut zu helfen und Ausbrüche der Krankheit in Form von aktuen Migräneanfällen zu verhindern sowie ihren Verlauf deutlich abzumildern.

Darreichungsvormen von CBD

Das Cannabidoid Cannabidiol ist in seiner reinen Form ein Feststoff, der sich in Wasser nicht löst. Aus diesem Grund wäre die Einnahme von CBD in fester Form nutzlos, da es sich kaum im Verdauungstrakt verteilen würde und der Körper nur minimale Mengen aufnehmen könnte. Aus diesem Grund wird CBD zusammen mit allen anderen Cannabidoiden aus dem Hanf extrahiert und in Hanföl gelöst verarbeitet. Hanföl selbst wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen und ist in seiner reinen Form ein einfaches Lebensmittel, wie es auch beispielsweise bei Olivenöl der Fall ist. Erst die Beimengung von Cannabinoiden, vor allem dem Cannabidiol machen das Hanföl als Grundsubstanz zu einem solch wertvollen Mittel gegen Migräne und andere Beschwerden.

Da Öl eine fettige Substanz ist, kann sich das CBD hier drin deutlich besser lösen. Das Öl wiederum kann sich bei der Aufnahme im Verdauungstrakt sehr leicht frei verteilen, wodurch das darin enthaltene CBD und geringere Mengen aller anderen Cannabidoide viel einfacher vom Körper aufgenommen werden können. Dies ist ein wichtiger Aspekt bei jeglichen Wirkstoffen, der oft übergangen wird. Ein Präparat kann ein eine beliebig hohe Wirkstoffkonzentration enthalten, ohne tatsächlich wirksam zu sein. Für die Beurteilung der Wirksamkeit ist die Bioverfügbarkeit das ausschlaggebende Kriterium. Bei einer hohen Bioverfügbarkeit ist ein Präparat mit niedrigeren Wirkstoffkonzentrationen letztlich wirksamer als ein Präparat mit geringer Bioverfügbarkeit und höheren Wirkstoffkonzentrationen.

Bei CBD Öl liegt immer eine hohe Bioverfügbarkeit vor. Der Unterschied liegt dabei in der Menge von CBD in dem jeweiligen Präparat. Die verschiedenen Produkte, welche momentan auf dem Markt verfügbar sind, haben CBD Anteile von üblicherweise 5 bis 50 %. Dabei sollte beachtet werden, dass die Wirksamkeit von CBD erst ab einer aufgenommenen Dosis von mindestens 200 mg nachgewiesen werden konnte. Wichtig ist auch, dass CBD in Deutschland sowohl in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, als auch in Form von Medikamenten erhältlich ist, wobei letztere unabhängig von ihrem CBD Gehalt durchweg verschreibungspflichtig sind. CBD Öl, welches klar als Nahrungsergänzungsmittel deklariert ist, kann frei erworben werden. Hierbei ist der Gehalt an Cannabidiol nicht von Bedeutung. Daraus folgt, dass CBD Öl als Nahrungsergänzungsmittel durchaus einen höheren Wirkstoffgehalt aufweisen kann als vergleichbare Medikamente.

Migräne Aura – Formen, Symptome und Auslöser

Alle Formen und Symptome der Migräne Aura
29 Mrz

Die Migräne, im Französischen und Englischen als migraine bezeichnet, ist eine neuronale Erkrankung, die in unregelmäßigen Schüben auftritt und deren bekanntestes Symptom ein intensiver, meistens einseitiger Kopfschmerz ist. Dieses Symptom ist namensgebend für die Erkrankung, deren Name sich aus dem Altgriechischen von hemikrania und dem Lateinischen hemigrania zum französischen Wort migraine gewandelt hat und frei übersetzt soviel wie halbschädeliger Schmerz bedeutet. Doch während dieser intensive Kopfschmerz das bekannteste Symptom darstellt, ist er nicht das einzige. Tatsächlich ist nicht einmal die Migräne Erkrankung selbst einheitlich, sondern sie stellt einen Sammelbegriff für mehrere sehr ähnliche Krankheitsbilder dar, welche einen gemeinsamen Hintergrund haben dürften. Dieser Tatsache entsprechend unterscheiden sich auch die Symptome der verscheidenen Formen von Migräne und erlauben im Zuge einer Diagnose die genaue Benennung der vorliegenden Form.

Die unterschiedlichen Formen von Migräne

Gemäß der Klassifikation nach der ICD-10, der zehnten Fassung der „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“ wird die Migräne im sechsten Kapitel, den Krankheiten des Nervensystems geführt. Dort befindet sie sich in der Liste der „Episodischen und paroxysmalen Krankheiten des Nervensystems“ und trägt die Kennung G43. Unter dieser Kennung ist die Migräne in sechs Formen spezifiziert.

Diese Formen tragen die Kennungen:

  • G43.0 – Migräne ohne Aura (Gewöhnliche Migräne)
  • G43.1 – Migräne mit Aura [Klassische Migräne]
  • G43.2 – Status migraenosus
  • G43.3 – Komplizierte Migräne
  • G43.8 – Sonstige Migräne
  • G43.9 – Migräne (nicht näher bezeichnet)

Migräne Klassifizierung gemäß ICD-10

Während die meisten Typen von Migräne Sonderformen darstellen und die betroffenen Personen oft nur einen Teil aller möglichen Symptome aufweisen, fällt die gewöhnliche Migräne besonders auf. Die Symptome sind dabei so vielfältig, dass die ICD-10 die Migräne mit Aura noch weiter unterteilt um sie besser spezifizieren zu können.

Migräne mit Aura – die klassische Migräne

Von allen Formen von Migräne ist die klassische Migräne die komplexeste Form mit der größten Vielfalt an Symptomen. Genau genommen handelt es sich hierbei um eine ganze Gruppe von Migräne Formen, welche, im Gegensatz zu allen anderen Typen, sich in einem bestimmten Symptom gleichen. Bei diesem Symptom handelt es sich um das Auftreten einer Aura.

Die Gruppe der Migräne Formen mit Aura umfasst laut ICD-10 die folgenden Formen:

  • äquivalente Migräne
  • Migräne mit Aura ohne Kopfschmerz
  • basiläre Migräne
  • familiär-hemiplegische Migräne
  • mit:
  • akut einsetzender Aura
  • prolongierterter Aura
  • typischer Aura

Die Einteilung gemäß der IHS, der „The international classification of headache disorders“ unterscheidet sich hiervon etwas, jedoch bleibt die Aura als zentrales Symptom für die Diagnose dieser Form von Migräne erhalten.

Alle Symptome von Migräne haben ihren Ursprung in fehlerhaften Reizen, genau genommen Überreizungen des Nervensystems. Dabei wird durch Sinneseindrücke oder durch den Einfluss von Neurotransmittern, körperfremden neuroaktiven Stoffen und Giftstoffen das periphere und infolge dessen das Zentralnervensystem so stark überreizt, dass es zu einer Depolarisation, einer starken Entladung der Nervenzellen kommt. Diese Entladung der Nervenzellen beginnt in einem Punkt und breitet sich von diesem ausgehend aus. Dabei treten zwei Phänomene auf. Das erste ist, dass an der Front dieser sich ausbreitenden Entladung die Neuronen ihr elektrisches Potential entladen müssen, wodurch der intensive Schmerz verursacht wird. Hinter der Front bleiben die dann depolarisierten Neuronen zurück, welche für einige Zeit kein neues elektrisches Potential aufbauen können und deshalb nicht in der Lage sind neu eintreffende, vor allem aus den Sinnesorganen stammende, Signale zu verarbeiten und weiter zu leiten.

Die Depolarisation beschränkt sich oft auf nur eine Hirnhälfte, woher die Bezeichnung der Erkrankung stammt, kann sich jedoch auch über den Balken, auch Corpus callosum genannt, welcher beide Hemisphären des Gehirns mit einander verbindet, ausbreiten. In diesem Fall kommt es in der Regel dazu, dass die Symptome, vor allem der Kopfschmerz, auf der einen Seite des Gehirns abklingen, während sie sich auf der anderen Seite ausbreiten und verstärken. Das Phänomen der Depolarisation der Neuronen im Gehirn ist dafür verantwortlich, dass es bei allen Formen der Migräne zu den bekannten, mehr oder weniger stark ausgeprägten temporären neuronalen Ausfallerscheinungen kommt und das Nervensystem gleichzeitig mit neuen Reizen schnell überlastet ist. Wie empfindlich eine betroffene Person gegenüber bestimmten Reizen ist, hängt teilweise von der individuellen Ausprägung der Migräne Erkrankung ab.

Ein wichtigerer Faktor ist hingegen die Bedeutung des jeweiligen Sinnesorgans für den Menschen im Allgemeinen. Die unterschiedlichen Sinnesorgane sind gemäß ihrer Bedeutung unterschiedlich gut und entsprechend sensibel gegenüber Reizen und Sinneseindrücken. Je sensibler das jeweilige Sinnesorgan ist, desto anfälliger ist es für eine Überreizung während eines Migräneanfalls und desto deutlicher können betroffene Personen die neuronalen Ausfälle wahrnehmen. Da die Augen für den Menschen eine ganz besonders wichtige Rolle spielen, ist der Sehsinn besonders anfällig für Störungen während eines Migräneanfalls. Dies ist der Grund, wieso die Migräne Aura eine zentrale Rolle bei einem großen Anteil der Betroffenen spielt.

Neuronale Störungen als Symptome einer Migräne

Bei vielen betroffenen Personen treten während eines Migräneanfalls verschiedenste Wahrnehmungsstörungen auf, welche vor allem beim Sehsinn leicht erkannt werden können. Solche Störungen treten bei ungefähr jeder fünften betroffenen Person auf und werden unter dem Begriff der Migräne Aura zusammengefasst. Zu den Erscheinungen die hierbei auftreten können gehören optische Halluzinationen, eine reduzierte Empfindlichkeit des Sehfeldes, die so genannten Skotome, die Wahrnehmung nicht existierender zackiger Formen, die so genannten Fortifikationen, starke Einschränkungen des räumlichen Sehvermögens und ein mangelhaftes Schärfesehen.

Zu den Symptomen der Migräne Aura gehören jedoch auch einige weitere Täuschungen der Sinne, wie ein Kribbelgefühl in besonders berührungsempfindlichen Körperregionen oder ein lokal vollständiger Verlust des Tastsinns. Daneben können auch motorische Nervenfasern betroffen sein, wodurch es zu Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühl und Sprachstörungen kommen kann.

Die Migräne Aura als zentrales Symptom

Ein besonders wichtiger Begriff im Zusammenhang mit Migräne Erkrankungen ist die ophthalmische Migräne, die auf Deutsch auch als Augenmigräne bezeichnet wird. Unter diesem Begriff sind die Symptome zusammengefasst, welche den Sehsinn betreffen und bereits kurz zusammengefasst wurden. Die Migräne Aura hat die gleichen neurologischen Hintergründe, wie auch alle anderen Symptome der Migräne. Es handelt sich um eine fortschreitende, sich ausbreitende Front von sich entladenden Neuronen, welche einen Bereich von depolarisierten und somit zur korrekten Weiterleitung von Impulsen unfähigen Neuronen zurück lässt. Diese neuronale Erscheinung kann sich auch im peripheren Nervensystem ausbreiten, wodurch jede Nervenzelle im Körper theoretisch von einer Migräne betroffen sein kann. Die Auswirkungen auf den Sehsinn sind besonders auffällig, da insbesondere in der Netzhaut mit den Sehzellen eine sehr hohe Dichte von Sinneszellen vorhanden sind. Dadurch können selbst räumlich sehr kleine Störungen des Nervensystems bereits deutlich wahrnehmbare Symptome verursauchen.

Optische Halluzinationen

Das Auftreten optischer Halluzinationen ist wahrscheinlich ein Symptom, welches an der überreizten Front, der von einem Migräneanfall akut betroffenen Neuronen auftritt. Halluzinationen sind die Wahrnehmung von Objekten, welche nicht existieren. Die Wahrnehmung ist allgemein ein Vorhandensein von Reizquellen, welche zu einer Reizung von Sinneszellen, also zu einer Generierung eines Sinneseindrucks führen, welcher dann erst von den Nerven durch die gezielte Entladung von elektrischen Potentialen an das Gehirn weiter geleitet werden kann. Erfolgt jedoch eine wahllose Entladung von elektrischen Potentialen durch einen Migräneanfall, dann werden künstliche Reize an das Gehirn weiter geleitet. Dieses interpretiert die Informationen aus der lebenslang erlernten Erfahrung so, als würden sie von dem betreffenden Sinnesorgan, in diesem Fall dem Auge stammen.

Sind von diesem Phänomen andere Nerven betroffen, können auch nicht reale Töne, als akustische Halluzinationen im Zuge einer akustischen Aura auftreten und sind haptische Sinneszellen betroffen, dann fühlen betroffene Personen ein Kribbelgefühl, welches sich, mit der wandernden Front überreizter Neuronen, in Gliedmaßen, im Gesicht und in anderen besonders stark berührungsempfindlichen Körperregionen ausbreiten und verschieben kann. Alle betroffenen Körperregionen sind beim Auftreten dieser Symptome gleichzeitig gegenüber normalen Sinneseindrücken überempfindlich. So sind helles Licht, laute Geräusche oder starke Berührungen akut betroffener Körperregionen für betroffene Personen sehr unangenehm und können die Beschwerden stark verschlimmern.

Skotome

Sobald die Front von wahllosen Entladungen über einen Bereich von Neuronen hinweg gezogen ist, bleibt ein Areal stark depolarisierter Neuronen zurück, welche für längere Zeit nicht wieder erregt werden können. Dies ähnelt geschädigten Neuronen oder einer vollständig unterbrochenen neuronalen Verbindung zwischen den betroffenen Körperregionen und dem Gehirn. Die Symptome sind denjenigen an der Erregungsfront genau entgegen gesetzt. In Gliedmaßen kann dies zu einer temporären Lähmung führen. Wenn der Hörsinn betroffen ist, kann es zu einer reduzierten Empfindlichkeit kommen, was sich als temporäre Schwerhörigkeit äußern kann. Wenn der Sehsinn betroffen ist, dann werden die damit zusammenhängenden Symptome als Skotom bezeichnet.

Dabei ist die Empfindlichkeit der Netzhaut stark reduziert und das wahrgenommene Bild erscheint dunkler als üblich. Diese Erscheinung ist, wie alle anderen Symptome der Migräne, nur auf einen Bereich der Netzhaut beschränkt und kann mit dem Wandern des Areals depolarisierter Neuronen über die gesamte Netzhaut wandern. Auch ist ein Flimmern des Skotoms, also eine schnell abnehmende und wieder zunehmende Empfindlichkeit der Netzhaut möglich. Bei den beschriebenen Erscheinungen handelt es sich um ein so genanntes relatives Skotom, welches nur eine gewisse Verringerung der Sehkraft verursacht. Um die Bedeutung dieses Begriffs zu erklären, kann er mit einem absoluten Skotom verglichen werden. Ein absolutes Skotom kann einfach als Erblindung bezeichnet werden. Während es sich bei den beschriebenen Skotomen durchweg um negative Skotome handelt, gibt es auch positive Skotome. Dabei ist in einem Bereich der Netzhat die Empfindlichkeit, ähnlich wie bei optischen Halluzinationen und den Fortifikationen, erhöht. Dadurch können in dem real wahrgenommenen Bild zusätzliche Strukturen gesehen werden.

Weitere Symptome der Migräne Aura

Das Auftreten von Problemen beim Schärfesehen und der temporäre Verlust der räumlichen Wahrnehmung kann nicht ganz eindeutig den Migränesymptomen bestimmter Neuronen zugeordnet werden. Da in jedem Fall die Netzhaut betroffen sein kann und in der Regel auch ist, kann theoretisch jede verminderte Wahrnehmungsfähigkeit auf depolarisierte Neuronen der Netzhaut, des Sehnervs und der für die Verarbeitung von optischen Signalen verantwortlichen Areale des Gehirns zurück geführt werden. Da das räumliche Sehvermögen von dem geringen Winkelunterschied zwischen den beiden Augen, dem binokularen Sehvermögen, abhängig ist, kann bereits ein lediglich reduziertes Sehvermögen des einen Auges zu einem temporären quasi-monokularen Sehen führen.

Dabei ist die Sehkraft des akut von der Migräne betroffenen Auges so weit reduziert, dass die restlichen Sinneseindrücke nicht für die Erstellung eines dreidimensionalen Bildes ausreichen. Das Symptom des reduzierten Schärfesehens muss hingegen nicht zwingend in den Neuronen des visuellen Systems lokalisiert sein. Das Schärfesehen ist von der Akkomodation des Auges abhängig. Das Auge ist dazu fähig die Entfernung des Schärfefelds nach Belieben anzupassen und auf bestimmte Entfernungen scharf zu stellen. Dies geschieht jedoch nicht durch das visuelle System, sondern hängt mit einer gezielten Verformung der Augenlinse zusammen. Diese kann durch einen durch die Migräne verursachten Ausfall motorischer Neuronen beeinträchtigt sein. Da für die Verformung der Linse ein Muskel verantwortlich ist, kann auch dieser von einer temporären Lähmung durch die Depolarisation der mit ihm verknüpften Neuronen betroffen sein. Das Auftreten von Fortifikationen, auch Teichopsie genannt, ist noch schwieriger zu erklären.

Es handelt sich hierbei um die Wahrnehmung spitzer, zackiger Formen, wie Dreiecken, welche ebenfalls flimmern können. Gleichzeitig kann dieses Phänomen von der Wahrnehmung schimmernder, heller Lichter in den Spektralfarben begleitet sein. Grundsätzlich hat die Teichopsie viele Gemeinsamkeiten mit den einfachen optischen Halluzinationen. Der Unterschied besteht hauptsächlich in der Wahrnehmung klarer, spitzer Figuren und Formen. Dies kann zur Zeit noch nicht abschließend erklärt werden, jedoch gibt es einen plausiblen Erklärungsansatz. Dieser besteht in der Tatsache, dass das Gehirn in ein gleichförmiges Bild immer versucht einen Sinn hinein zu interpretieren. Dies kann bei der Betrachtung eines Bildes mit Punkten in gleichen Abständen sowie aus Mustern bestehenden Bildern zur optischen Täuschung beobachtet werden. Nach wenigen Augenblicken versucht das Gehirn die Punkte zu Figuren zu verbinden, welche sich bereits mit kleinen Augenbewegungen verändern. Da bei der Überreizung der Netzhaut ein lokal begrenzt ähnlich gleichförmiges Bild wahrgenommen wird, kann es sein, dass das Gehirn dieses mit einem Sinn zu füllen versucht und Figuren erkennt, wo keine sind.

Individuelle Unterschiede

Abschließend muss zur Migräne Aura gesagt werden, dass jede betroffene Person die optischen Phänomene anders empfindet und sich die Ausprägung der Symptome niemals gleicht. Aus diesem Grund ist anzunehmen, dass Migräne Erkrankungen ein noch umfangreicheres Spektrum an Ursachen haben, als bisher angenommen und wahrscheinlich eine ganze Reihe von Genen an der Vielfalt der als Migräne bezeichneten Krankheitsbilder beteiligt ist.

Aktuelle Studienergebnisse zu Migräne

Die aktuellen Studienergebnisse zur Migräne Krankheit
29 Mrz

Der deutsche Begriff Migräne ist eine Abwandlung des französischen Begriffs Migraine, welcher sich aus der lateinischen und griechischen Sprache von hemigraina beziehungsweise hemikrania ableitet, was so viel bedeutet wie halbschädeliger Schmerz.

Während die Namensherkunft leicht zu klären ist und bereits wichtige Hinweise auf die Symptome dieser neurologischen Erkrankung liefert, ist die Erkrankung selbst bis heute nur unzureichend verstanden. Aus diesem Grund wird intensiv daran geforscht um die Ursachen für die Erkrankung zu finden. Ein besseres Verständnis der Migräne würde dazu beitragen bessere Behandlungsmöglichkeiten und mögliche Heilungsansätze zu entwickeln.

Ursprung der Migräne

Um die Ursachen dieser neurologischen Erkrankung finden zu können, konzentriert sich ein Teil der neueren Studien auf statistische Erhebungen zur Häufigkeit von Migräne in der Bevölkerung in allen Staaten, in verschiedenen Altersgruppen und zu Unterschieden zwischen den Geschlechtern. Mittlerweile wurden deutliche Tendenzen der Verbreitung von Migräne in der Bevölkerung erkannt, aus denen sich eine Reihe von Schlüssen zum Ursprung dieser neurologischen Erkrankung ziehen lässt.

Es bestehen teilweise deutliche Zusammenhänge mit den Herkunftsländern und der damit einher gehenden Lebensweise, mit dem Geschlecht und einige Hinweise auf den Ursprung durch Unterschiede der Verteilung und der Ausprägung von Migräne zwischen den Geschlechtern und den unterschiedlichen Altersgruppen.

Sowohl ältere, als auch neuere Studien, wie die im November 2018 von den GBD 2016 Headache Collaborators im Lancet veröffentlichte Analyse von Studien aus den Jahren 1990 bis 2016 zeigen, dass es deutliche regionale Unterschiede der Prävalenz von Migräne gibt. Dabei ist ersichtlich, dass die Häufigkeit von Migräne in den modernen Industrienationen wie dem Großteil der europäischen Staaten, Australien und Neuseeland sowie Nordamerka um bis zu 200 % höher ist als in Entwicklungsländern und Schwellenländern wie China, dem gesamten südost-asiatischen Raum, einem Großteil Afrikas und dem zentralen Teil der amerikanischen Kontinente. Gleichzeitig ist die Anzahl der von Migräne betroffenen Patienten in den am stärksten betroffenen Regionen im vergangenen halben Jahrundert um bis zu 200 % angestiegen.

Mögliche Auslöser

Aus der genannten deutlichen Korrelation wird allgemein auf einen direkten Kausalzusammenhang zwischen Migräne und der Lebensweise geschlossen. Mittlerweile werden Stress, ein gestörter Biorhythmus mit sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf und insbesondere bei Frauen hormonelle Schwankungen als die wichtigsten Auslöser von Migräne angesehen. Viele Betroffene vermuten auch einen Zusammenhang mit einer Reihe von Lebensmitteln. Diese Vermutung muss jedoch teilweise angezweifelt werden, da der vermeintliche Zusammenhang in den meisten Fällen andere und plausiblere Gründe hat.

Eines der Symptome einer bevorstehenden Migräne sind Heißhungerattacken. Diese sind von Person zu Person unterschiedlich und betreffen oft nur bestimmte Lebensmittel. Gleichzeitig sind sich die meisten betroffenen Personen nicht der Tatsache bewusst, dass die so genannte Vorbotenphase bis zu zwei Tage vor dem eigentlichen Migräneanfall auftreten kann. Dadurch ist es möglich und wahrscheinlich oft der Fall, dass bestimmte Lebensmittel zu Unrecht als Auslöser für Migräne in Verdacht geraten, anstatt zu erkennen, dass der Konsum dieser ein Resultat der Migräne ist. Trotzdem gibt es eine Reihe von Lebensmitteln, bei denen ein Einfluss auf die Migräne plausibel ist. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Alkohol – insbesondere Rotwein, Kaffee, Käse und Schokolade.

Darüber hinaus ist ein Zusammenhang mit weiteren Lebensmitteln wahrscheinlich, die Histamin, Thyramin und Serotonin enthalten. Alle diese Lebensmittel haben die Gemeinsamkeit, dass ihre Inhaltsstoffe einen direkten Einfluss auf die Funktionsweise der Nervenzellen haben. Die genannten Inhaltstoffe haben im Körper die Aufgabe als Neurotransmitter zu fungieren. Aus diesem Grund kann die Veränderung der Konzentrationen im Körper durch die Zuführung von außen zu den unkontrollierten Nervenimpulsen führen, welche von Mirgräne bekannt sind. Auch erklärt dies warum Frauen im Verlauf ihres monatlichen Zyklus temporär anfälliger für Migräne sind. Die betreffenden Hormone haben ebenfalls eine bedeutende Rolle als Neutrotransmitter und beeinflussen deshalb deutlich die neuronalen Aktivitäten im zentralen und peripheren Nervensystem.

Genetische Ursachen

Während mittlerweile verschiedene Faktoren als akute Auslöser eines Migräneanfalls erkannt worden sind, gibt es erst seit wenigen Jahren Hinweise darauf, woher Migräne überhaupt kommt. Ähnlich wie die Statistiken zur weltweiten Verbreitung von Migräne sowie den Unterschieden zwischen Männern und Frauen wurden auch Studien zum Auftreten von Migräne bei verschiedenen Altersgruppen durchgeführt. Dabei konnte gezeigt werden, dass während Migräne in der Regel erst ab einem Alter von 25 Jahren regelmäßig diagnostiziert wird, sie tatsächlich bereits viel früher auftritt. Zum Ende der Pubertät berichtet jedes fünfte Kind von Symptomen, welche einer Migräneerkrankung entsprechen.

Bei anderen Studien konnte das Auftreten von Migränesymptomen bei Kindern in einem Alter von etwa 10 Jahren nachgewiesen werden. Die Häufigkeit liegt in dieser Altersgruppe bei rund 12 von 100 Kindern. Dieses frühe Auftreten von Migräne macht deutlich, dass nicht nur eine ungesunde Lebensweise und schädliche Lebensmittel als Auslöser anzusehen sind, sondern der tatsächliche Ursprung einer Migräneerkrankung in anderen Dingen gesucht werden muss.

Da Migräne wesentlich mehr Symptome hat als nur den intensiven, meistens einseitigen Kopfschmerz, wurden in anderen Studien diese weniger bekannten Symptome für mögliche Diagnosen heran gezogen. Dabei konnte die Ärztin Amy A. Gelfand, MD zwei wichtige Zusammenhänge nachweisen. Der erste ist, dass Babys von Frauen, die an Migräne leiden, wesentlich öfter Koliken haben. Der zweite Zusammenhang ist, dass bei Personen, die als Baby unter Koliken litten später Migräne häufig diagnostiziert wird. Da Probleme mit dem Verdauungstrakt auch im Erwachsenenalter zu den Symptomen einer Migräneerkrankung zählen, wird mittlerweile angenommen, dass Koliken ein Symptom von Migräne bei Babys sind. Ein solch frühes Auftreten von Migräne kann keinesfalls auf die Lebensweise oder die Ernährung zurück geführt werden. Aus diesen Gründen kann mittlerweile als gesichert angenommen werden, dass diese neurologische Erkrankung genetische Ursachen hat, während alle übrigen Faktoren die genetische Prädisposition nur noch weiter verstärken.

Während bereits im Jahr 2012 von Dale et al. eine genetische Mutation, die offenbar mit Migräne in Verbindung steht, identifiziert werden konnte, ist auf diesem Gebiet noch viel Forschung notwendig. Das Nervensystem des Menschen ist bis heute noch nicht völlig verstanden, sodass weder ausgeschlossen werden kann, dass weitere Mutationen ebenfalls für Migräne verantwortlich sein könnten, noch bekannt ist, welche weiteren Mutationen in Verbindung mit Migräne stehen. Trotzdem konnte mittlerweile eine mögliche Vererbbarkeit von Migräne gezeigt werden. Im Englischen wurde der Begriff „familial hemiplegic migraine“ geprägt – auf Deutsch die familiäre hemiplagische („halbseitig gelähmte“) Migräne.

Die Zusammenhänge zwischen genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen, welche Migräne auslösen können sind noch lange nicht vollständig verstanden. Ein möglicher Ansatz alle bisherigen Erkenntnisse in Einklang zu bringen sind Erklärungsversuche, welche den Begriff der Epigenetik mit einbeziehen. Die Epigenetik befasst sich mit dem Fakt, dass zwar Informationen im Erbgut vorhanden sein können, doch nicht jedes Gen zu jeder Zeit aktiv exprimiert wird. Verschiedene Umweltfaktoren haben demnach einen Einfluss auf die Expression von Genen und können auf diese Weise die Funktion von Zellen verändern. Es gibt mittlerweile Studien zu diesem Thema, wie die Arbeit von S. H. Gan und M. M. Shaik welche unter dem Titel „Epigenetics and migraine“ 2017 in dem Buch „Neuropsychiatric Disorders and Epigenetics“ veröffentlicht worden ist.

Heilungsaussichten

Wie bei jeder anderen Erkrankung auch, so ist die Aussicht auf eine Heilung von Migräne vor allem von einem umfassenden Verständnis der Erkrankung abhängig. Dieses muss die Ursachen beinhalten, welche die Migräne selbst verursachen und die Faktoren, welche zu einem akuten Migräneanfall führen. Vor allem die genetischen Grundlagen sind noch lange nicht hinreichend erforscht, sodass wahrscheinlich ein Großteil der involvierten Gene noch nicht erkannt worden ist.

Aus diesem Grund ist die Entwicklung von Heilungsansätzen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Falls zukünftige Forschungsergebnisse bestätigen, dass es sich bei Migräne um eine rein genetische Erkrankung handelt, die durch verschiedene Umwelteinflüsse lediglich aktiv in Erscheinung tritt, dann müssen sich zukünftige Therapiemethoden auf das Feld der Gentherapie konzentrieren. Da die Entwicklung von Gentherapien momentan selbst noch an ihrem Anfang steht, wird eine Heilung dieser Erkrankung nicht innerhalb der nächsten Jahre möglich sein. Erschwerend kommt hinzu, dass Migräne kein einheitliches Krankheitsbild aufweist.

Dies lässt vermuten, dass als Auslöser eine ganze Reihe von genetischen Mutationen zusammen wirken. Dadurch müsste eine zukünftige Gentherapie direkt die Veränderung mehrerer Gene umfassen, was den Aufwand vergrößert und die Aussicht auf eine Heilung in naher Zukunft noch unwahrscheinlicher macht.

Vermeidung von Migräneanfällen

Da eine Heilung von Migräne in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist, bleibt Betroffenen nur die Möglichkeit die Häufigkeit von Migräneanfällen so weit es geht zu reduzieren. Als wichtigste Grundlage hierzu ist ein gesunder Biorhythmus anzusehen.

Dies bedeutet, dass die Betroffenen weder zu kurz, noch zu lang und nach Möglichkeit zu den Zeiten schlafen sollten, wenn sie tatsächlich müde sind. Meinungen, welche die Dauer von gesundem Schlaf betreffen haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend als nicht haltbar und nicht mehr zeitgemäß heraus gestellt. In neueren Studien mit teilweise über 50.000 Teilnehmern konnte gezeigt werden, dass der Schlafbedarf und der Schlafrhythmus zum Teil, möglicherweise sogar großteils in den Genen festgelegt ist.

In der heutigen Leistungsgesellschaft wird sich Stress nicht vermeiden lassen, jedoch sollten Betroffene zumindest versuchen ihn vor allem dann zu reduzieren, wenn sie Symptome der Vorbotenphase bemerken. Dies verhindert nicht mehr den Migräneanfall, kann jedoch dessen Verlauf positiv beeinflussen. Weiterhin ist wichtig, dass von den Betroffenen Nahrungsmittel gemieden werden, welche einen nachgewiesenen oder zumindest einen wahrscheinlichen Einfluss auf das Auftreten von Migräneanfällen haben. Bei Frauen kann darüber hinaus eine Regulierung des Hormonspiegels durch Verhütungsmittel stattfinden.

Es konnte bereits vor längerer Zeit in einer Studie gezeigt werden, dass Frauen, welche normalerweise die Pille nehmen, nach dem Absetzen oder in Pausen der hormonellen Verhütung vermehrt zu Migräneanfällen neigen. Diese Erkenntnis sollte nicht dazu führen, dass Frauen, welche üblicherweise nicht hormonell verhüten damit anfangen sollten. Doch Frauen, die bereits hormonell verhüten, sollten nach Möglichkeit noch stärker darauf achten, dass sie die Präparate regelmäßig einnehmen und auf bewusste Pausen der Einnahme verzichten, sofern diese nicht aus anderen Gründen notwendig sind.

Darüber hinaus kann die Häufigkeit von Migräneanfällen durch den Einsatz geeigneter Mittel reduziert werden. Das Prinzip ist hierbei das gleiche, wie bei Stoffen, welche Migräneanfälle auslösen können. Da Migräne eine neurologische Erkrankung ist, kann das Nervensystem nicht nur negativ beeinflusst werden, wie es bei Stoffen wie Koffein, Alkohol und schwankenden Konzentrationen verschiedener Neurotransmitter der Fall ist, sondern es ist auch eine positive Beeinflussung möglich. Diese ist, ganz allgemein gesprochen, durch Stoffe möglich, welche eine beruhigende und entspannende Wirkung auf das Nervensystem haben.

Behandlungsmöglichkeiten

Da eine Heilung von Migräne zur Zeit nicht möglich ist und es auch nicht bald sein wird, bleibt Betroffenen Personen nur die symptomatische Behandlung um die Beschwerden bei einem Migräneanfall auf ein Minimum zu senken. Da Migräne immer mit einer Überlastung des Nervensystems zu tun hat, ist es von großer Bedeutung stimulierende Umweltfaktoren auf ein Minimum zu reduzieren. Da vor allem das Sehzentrum und die visuelle Wahrnehmung von den Symptomen einer Migräne betroffen sind, ist es wichtig, dass eine betroffene Person in einen abgedunkelten Raum gebracht wird, wo die Augen entspannen können und sie das Gehirn nicht unnötig mit noch mehr Sinneseindrücken überlasten. Auch alle anderen Sinne sollten so weit wie möglich entlastet werden um die fehlerhaften neuronalen Impulse im Gehirn auf einem niedrigen Niveau zu halten und das Abklingen des Migräneanfalls so weit es geht zu beschleunigen. Doch während die Reduktion von Sinneseindrücken einen positiven Einfluss auf den Verlauf eines Migräneanfalls hat, reicht dies nicht aus um Betroffen dauerhaft und umfassend zu helfen. Wie bereits erwähnt, bietet nur eine Behandlung mit Stoffen, die eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem haben echte Abhilfe.

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Medikamenten, welche regelmäßig zur Behandlung von Migräne verschrieben und eingenommen werden. Doch sind solche Medikamente nahezu immer mit mehr oder weniger stark ausgeprägten Nebenwirkungen verbunden. In der jüngsten Vergangenheit wurde entdeckt, dass auch rein pflanzliche Mittel Personen mit Migräne helfen können. Dabei ist die positive Wirkung von Hanf ganz besonders stark ins Bickfeld aktueller Forschungen gerückt. Es ist seit langer Zeit bekannt, dass die wirksamen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze, die Cannabinoide, eine entspannende Wirkung auf das Nervensystem haben. Da jedoch das Tetrahydrocannabinol, kurz THC einen schlechten Ruf hat und aus rechtlicher Sicht sehr problematisch ist, wurde lange nicht bemerkt, dass auch andere der 80 bekannten Cannabinoide eine ähnliche Wirkung haben und vollkommen unproblematisch sind. Seit kurzem ist das Cannabinoid Cannabidiol, kurz CBD in den Mittelpunkt des Interesses gerückt und es gibt immer mehr Studien, welche die positive Wirkung einer Behandlung mit CBD bei Personen mit einer Migräne Erkrankung belegen.