Migräne Behandlung mit CBD

Eine mögliche Migräne Behandlung mit CBD
29 Mrz

Die Heilung von Migräne Erkrankungen ist heutzutage noch nicht möglich und die Aussichten auf einen baldigen Durchbruch in der Forschung sind sehr gering. Aus diesem Grund bleibt betroffenen Personen nicht viel anderes übrig als durch eine möglichst gesunde Lebensweise die Wahrscheinlichkeit von Migräneanfällen so weit wie möglich zu reduzieren und akute Mirgräneanfälle symptomatisch zu behandeln um die Beschwerden möglichst stark zu lindern. Im Zusammenhang mit der Behandlung von Migräne wurden bereits viele Medikamente hergestellt. Wie alle Medikamente, so haben auch diese Mittel immer mehr oder weniger starke Nebenwirkungen, mit denen betroffene Personen dann als Alternative zur Migräne leben müssen.

Mit dem Fortschritt in der Migräne Forschung ist einerseits das Verständnis dieser Krankheit deutlich größer geworden, wodurch immer bessere Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden können. Da mittlerweile sehr gut verstanden ist, was im Verlauf eines Migräneanfalls im Gehirn und im peripheren Nervensystem passiert, ist es auch möglich die Behandlung dieses neuronalen Krankheitsbildes wesentlich gezielter durchzuführen. Eine bekannte Tatsache ist, dass ein Migräneanfall durch überreizte Neuronen ausgelöst wird, welche wahllos ihr elektrisches Potential entladen, dabei umliegende Neuronen reizen und als Ergebnis eine Kettenreaktion auslösen, bei denen sich eine ganze Front von Impulse sendenden Nerven vor allem im Gehirn ausbreitet und dabei stark elektrisch entladenen Nervenzellen zurück lässt.

Um dies zu verhindern oder beim Auftreten eines solchen Anfalls die Kettenreaktion auf ein Minimum zu reduzieren, sind Mittel notwendig, welche die Bereitschaft der Neuronen zum Aussenden von elektrischen Impulsen herab setzen. Aktuelle Behandlungen umfassen einerseits Schmerzmittel, welche lediglich den Kopfschmerz als Symptom der Migräne reduzieren sollen und andererseits verscheidene Triptane und das Ergotamin, welche beide einen Einfluss auf die Serotonin-5-HT-Rezeptoren des Nervensystems haben. Hier stehen diese Medikamente in Konkurrenz zum Serotonin und setzen so die Empfindlichkeit für diesen Neurotransmitter stark herab. Daraus resultiert eine starke Reduktion der Erregbarkeit, welche die Kettenreaktion sich wahllos entladender Neuronen unterbricht. Diese Medikamente haben jedoch mehrere Nachteile.

Während der Mensch 14 oder mehr unterschiedliche Serotonin-5-HT-Rezeptoren hat, wirken die Medikamente sehr unspezifisch, wodurch sie neben den gewünschten Wirkungen auch viele Nebenwirkungen haben. Darüber hinaus weist das Ergotamin eine sehr hohe Toxizität auf, weshalb es nur in akuten Fällen von starker Migräne als letztes Mittel zur Linderung der Symptome verschrieben wird.

Hanf als potentielle Alternative

Während in den vergangenen Jahrzehnten Rauschmittel einen sehr schlechten Ruf erhalten haben, wird seit wenigen Jahren wieder vermehrt an den Wirkmechanismen der enthaltenen Stoffe geforscht. Da viele Rauschmittel tatsächlich viele negative Wirkungen haben, ist weder die Medizin, noch der Gesetzgeber dazu bereit einen weniger strikten Umgang mit den jeweiligen Substanzen in Erwägung zu ziehen. Hiervon unterscheidet sich jedoch der Hanf, Cannabis sativa.

Dabei handelt es sich um eine Nutzpflanze, die seit etwa 10.000 Jahren vom Menschen genutzt wird. Sie liefert Rohstoffe in Form von Hanffasern, die Samen sind als Nahrungsmittel geeignet und ihre Inhaltsstoffe, die Cannabidoide haben eine vielfältige, hauptsächlich beruhigende Wirkung auf den menschlichen Körper. Mittlerweile herrscht eine allgemeine Einigkeit darüber, dass der Hanf seinen schlechten Ruf als Rauschmittel nicht verdient hat und sowohl die Medizin, als auch weite Teile der Politik bemühen sich seit Jahren um eine Legalisierung. Da dieses Vorhaben bisher immer wieder gescheitert ist, kann in absehbarer Zeit nicht mit der Legalisierung von Hanf gerechnet werden. Tatsächlich ist der Hanf, in Form von Nutzhanf, nie verboten worden. Das einzige Problem hierbei ist ein einziger Inhaltsstoff – das Tetrahydrocannabinol, kurz THC.

Da das THC der relevante Inhaltsstoff für die Nutzung von Hanf als Rauschmittel ist, konzentiert sich der Gesetzgeber nur auf diesen Stoff. Dabei sind jegliche Hanfprodukte legal, solange sie einen Grenzwert von 0,2 % Massenanteil von THC an der Gesamtmenge nicht überschreiten. Dies stellt sicher, dass keine Hanfprodukte aufgrund ihres THC Gehalts als Rauschmittel missbraucht werden können. Gleichzeitig macht es diese Produkte nutzlos, wenn es darum geht die nachweislich positiven Eigenschaften dieses Stoffes nutzen zu wollen.

Die Cannabinoide des Hanfs

Das Tetrahydrocannabinol ist jedoch nur einer von 80 bekannten Stoffen, welche als Cannabinoide bezeichnet werden. Da bereits von anderen Pflanzen bekannt ist, dass sie in ihrer natürlichen Form eine völlig andere Wirkung auf den menschlichen Körper haben, als ihr vermeintlicher Hauptinhaltsstoff in reiner Form, wurden in den vergangenen Jahren zunehmend die übrigen Cannabinoide des Hanfs erforscht.

Dabei ist das Cannabidiol, kurz CBD, in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dabei konnte gezeigt werden, dass CBD zwar einen Großteil der positiven Effekte des THC hat, jedoch die psychoaktiven Eigenschaften nahezu vollständig entfallen. Aus diesem Grund ist dieser Stoff in seiner Reinform oder zumindest in Kombination mit anderen Stoffen und Bestandteilen des Hanfs mit einem THC Gehalt unterhalb des gesetzlich festgelegten Grenzwertes vollkommen legal. Auch andere Cannabidoide dürften ähnliche positive Wirkungen auf den menschlichen Körper haben, weshalb hier noch Forschungsbedarf besteht.

Der Wirkmechanismus von CBD

Das CBD aus der Hanfpflanze hat eine ganze Reihe von Wirkmechanismen, welche noch nicht vollständig entschlüsselt und verstanden worden sind. Bekannt ist jedoch, dass das CBD an mehreren unterschiedlichen Rezeptoren bindet. Dabei handelt es sich um die Cannabidoid-Rezeptoren CB1 und CB2 sowie den Rezeptor GPR55, dessen Funktion noch nicht ganz geklärt ist und es konnte eine wahrscheinliche Wirkung auf den Calcium-Ionen-Kanal VDAC1 nachgewiesen werden. Die Bindung an die beiden Cannabinoid Rezeptoren zeigt einen ähnlichen Einfluss auf den Serotonin Spiegel und seine Wirkung auf das Nervensystem wie es bei klassischen Medikamenten der Fall ist.

Da die Vermutung besteht, dass es sich bei GPR55 ebenfalls um einen Serotonin Rezeptor handelt, ist davon auszugehen, dass dieser auf eine ähnliche Weise mit den betreffenden Neurotransmittern in Beziehung steht. Diese Wirkung auf das Nervensystem resultiert darin, dass Serotonin als einer der wichtigsten Neutrotransmitter reguliert wird und eine mögliche Überreizung der Neuronen unterbunden wird, bevor sie überhaupt erst zustande kommen. Dadurch werden Migräneanfälle durch das CBD effektiv verhindert. Die Wirkung von CBD auf den Calcium-Ionen-Kanal VDAC1 ist eine andere. Ionen-Kanäle haben die Aufgabe Ionen aus Zellen heraus oder in Zellen hinein zu transportieren um eine bestimmte Ionenkonzentration innerhalb der Zelle zu erreichen.

Da eine hohe Konzentration von Ionen in einer Zelle eine elektrische Ladung der Zelle zur Folge hat, ist diese Regulation zur störungsfreien Weiterleitung von Impulsen innerhalb des Nervensystems von zentraler Bedeutung. Die Regulierung der Ionen Konzentration ist bei einer Migräne Erkrankung jedoch gestört, wodurch keine problemlose Signalweiterleitung möglich ist. Welche Vorgänge genau in den Neuronen während eines Migräneanfalls ablaufen ist noch nicht abschließend geklärt. Es kann jedoch sein, dass ein übermäßiger Transport von Ionen in die Zelle zu einem überhöhten elektrischen Potential führt, welches sich ab eine gewissen Punkt zufällig und ohne einen auslösenden Reiz entlädt. Da dies genetisch bedingt ist und Mutationen an den betreffenden Ionen Kanälen darstellt, sind entsprechend alle Neuronen in einem ähnlichen Umfang von dieser Überlastung betroffen und es ist überhaupt erst möglich, dass eine einzelne Nervenzelle zu einer Kettenreaktion führen kann.

Eine zweite Möglichkeit ist, dass Calcium-Ionen-Kanäle durch eine Mutation schlechter Ionen in die Neuronen leiten können. Dies könnte erklären, wieso nach einer anfänglichen Kettenreaktion von weitläufig gleichzeitig Signale abfeuernder Neuronen diese für eine längere Zeit stark depolarisiert sind und nicht in einer normalen Geschwindigkeit wieder erregt werden können. Eine wahrscheinliche Möglichkeit ist, dass beide Phänomene gleichzeitig auftreten und dadurch die gesamte Symptomatik einer Migräne auf physiologischer Basis erklärt werden kann. Das CBD kann durch seine vielfältigen Einflüsse auf Rezeptoren und Ionenkanäle somit zu einer Normalisierung der Erregbarkeit und Signalweiterleitung von Neuronen beitragen. Dadurch kann CBD gleichzeitig Migräneanfällen vorbeugen und dafür sorgen, dass es zu diesen nicht oder zumindest deutlich seltener kommt und CBD kann auch den Verlauf von Migräneanfällen abmildern, indem es die Erregbarkeit von Neuronen auf einem gesunden Niveau hält.

Eine weitere Wirkung besteht darin, dass CBD die Konzentration des Medikaments Clobazam im Blut erhöht und dadurch die Wirkung so weit verstärkt, dass sogar Patienten, welche auf dieses Medikament normalerweise gar nicht mehr reagieren, eine nachweisbare Verbesserung der Symptome aufweisen. Bei Clobazam handelt es sich um ein Beruhigungsmittel, welches bei Patienten mit Epilepsie genutzt wird. Da Epilepsie und Migräne zumindest gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen, könnte diese Wirkung in Zukunft aufzeigen, wie CBD zur Verstärkung der Wirkung von speziellen Migräne Medikamenten eingesetzt werden kann.

Schützende Wirkungen von CBD

Neben diesen sehr spezifischen Wirkungen, hat CBD auch allgemein schützende Wirkungen auf die Zellen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einem Schutz der Nervenzellen und einer positiven Wirkung auf das Immunsystem. Dabei konnte gezeigt werden, dass CBD Entzündungsreaktionen deutlich reduziert. Zwar sind die Mechanismen in diesem Bereich noch nicht sehr gut verstanden, jedoch zeigen neuere Studienergebnisse, dass Migräne eine Folge von entzündungsähnlichen Reaktionen im Gehirn sein könnte. Dabei handelt es sich um so genannte sterile oder neurogene Entzündungen. Diese sollen primär von denjenigen Stressfaktoren ausgelöst werden, welche als Auslöser von Migräne angesehen werden. Sollten weitere Studien diese Annahme bestätigen, wäre eine Unterbindung solcher Entzündungsreaktionen eine weitere Möglichkeit in die Entstehung eines Migräneanfalls einzugreifen.

CBD hat durch seine entzündungshemmende Wirkung das Potential genau dies zu tun. Somit ist das Cannabidiol dazu in der Lage durch eine Vielzahl von Wirkungen auf das Nervensystem, das Immunsystem und weitere Bereiche des menschlichen Körpers Personen mit einer Migräne Erkrankung sehr gut zu helfen und Ausbrüche der Krankheit in Form von aktuen Migräneanfällen zu verhindern sowie ihren Verlauf deutlich abzumildern.

Darreichungsvormen von CBD

Das Cannabidoid Cannabidiol ist in seiner reinen Form ein Feststoff, der sich in Wasser nicht löst. Aus diesem Grund wäre die Einnahme von CBD in fester Form nutzlos, da es sich kaum im Verdauungstrakt verteilen würde und der Körper nur minimale Mengen aufnehmen könnte. Aus diesem Grund wird CBD zusammen mit allen anderen Cannabidoiden aus dem Hanf extrahiert und in Hanföl gelöst verarbeitet. Hanföl selbst wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen und ist in seiner reinen Form ein einfaches Lebensmittel, wie es auch beispielsweise bei Olivenöl der Fall ist. Erst die Beimengung von Cannabinoiden, vor allem dem Cannabidiol machen das Hanföl als Grundsubstanz zu einem solch wertvollen Mittel gegen Migräne und andere Beschwerden.

Da Öl eine fettige Substanz ist, kann sich das CBD hier drin deutlich besser lösen. Das Öl wiederum kann sich bei der Aufnahme im Verdauungstrakt sehr leicht frei verteilen, wodurch das darin enthaltene CBD und geringere Mengen aller anderen Cannabidoide viel einfacher vom Körper aufgenommen werden können. Dies ist ein wichtiger Aspekt bei jeglichen Wirkstoffen, der oft übergangen wird. Ein Präparat kann ein eine beliebig hohe Wirkstoffkonzentration enthalten, ohne tatsächlich wirksam zu sein. Für die Beurteilung der Wirksamkeit ist die Bioverfügbarkeit das ausschlaggebende Kriterium. Bei einer hohen Bioverfügbarkeit ist ein Präparat mit niedrigeren Wirkstoffkonzentrationen letztlich wirksamer als ein Präparat mit geringer Bioverfügbarkeit und höheren Wirkstoffkonzentrationen.

Bei CBD Öl liegt immer eine hohe Bioverfügbarkeit vor. Der Unterschied liegt dabei in der Menge von CBD in dem jeweiligen Präparat. Die verschiedenen Produkte, welche momentan auf dem Markt verfügbar sind, haben CBD Anteile von üblicherweise 5 bis 50 %. Dabei sollte beachtet werden, dass die Wirksamkeit von CBD erst ab einer aufgenommenen Dosis von mindestens 200 mg nachgewiesen werden konnte. Wichtig ist auch, dass CBD in Deutschland sowohl in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, als auch in Form von Medikamenten erhältlich ist, wobei letztere unabhängig von ihrem CBD Gehalt durchweg verschreibungspflichtig sind. CBD Öl, welches klar als Nahrungsergänzungsmittel deklariert ist, kann frei erworben werden. Hierbei ist der Gehalt an Cannabidiol nicht von Bedeutung. Daraus folgt, dass CBD Öl als Nahrungsergänzungsmittel durchaus einen höheren Wirkstoffgehalt aufweisen kann als vergleichbare Medikamente.

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